Unwissenheit schützt vor Antisemitismus nicht.

In aller Kürze

Ich habe mir gestern beim Open Ohr „Bilder einer Ausstellung“ als Schattentheater von Vagantei Erhardt angeschaut. Die anfängliche Freude, dass nach platt-popmusikalischen Auftritten (in diesem Fall Erland & The Carnival) nun einmal ein etwas kreativerer und ungewöhnlicherer Beitrag komme, wich dem Entsetzen beim Bild „Die 2 Juden“ und dessen Wiederholung „Die Juden“. Was ich sah, erlebte ich als eine reine Reproduktion antisemitischer Klischees. Nirgends sah ich einen Bruch damit oder etwas, was über sie hinausweist oder sie doch zumindest zum Thema macht. Nach der Aufführung suchte ich mit Freundinnen das Gespräch mit den Veranstalterinnen und Künstlerinnen. Frieder Paasche von Vagantei Erhardt und eine der Mitorganisatorinnen sprachen mit uns in ruhiger bis hitziger Stimmung. Herr Paasche konnte allerdings scheinbar mit der Kritik wenig Anfangen, so dass das Gespräch ziemlich bald keine Aussicht auf Fortschritte erkennen ließ und ich schließlich ging.

antisemitische Darstellung zweier Juden

Die „2 Juden“ Vagantei Erhardts

Das Stück

Vagantei Erhardt führten Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ als Schattentheater auf. Statt der Originalstücke, die für Soloklavier geschrieben waren, und die verschiedene Bilder eines kurz zuvor gestorbenen Freundes Mussorgskis beschreiben sollen, wurden verschiedene der zahlreichen Neubearbeitungen als Tongrundlage genommen.

Anmerkungen

1. Es geht nicht um die Intentionen des Künstlers. Es geht um die Aufführung. Paasche versicherte uns kein Antisemit zu sein. (Wer würde auch anderes tun.) Das heißt aber darum noch nicht, dass das Aufgeführte nicht antisemitisch war.

2. Paasche verwies darauf nur das Bild Mussorgskis dargestellt zu haben. Die Wahl der Darstellungsweise der Figuren lag aber bei ihm. (Wenn ich mich hier irre und die konkreten Darstellungen von Mussorgski kommen, möge man mich hier eines besseren belehren.)

3. Künstlerische Darstellungen (im Schattentheater vielleicht noch mehr als wo anders) beruhen auf Typisierungen. Hierauf berief sich auch Paasche. Abstrakte Formen müssen über diese Typizität wiedererkennbar und so vom Publikum entschlüsselbar sein. Diese allgemeine Wahrheit kann jedoch nicht zur Legitimiation der Reproduktion antisemitischer oder rassistischer Stereotype herangezogen werden. Klar: Jeder hat „den“ Juden erkannt; rechts aufgedunsen, dickgefressen, markante Nase (um der erneuten Diskussion mit Herrn Paasche auszuweichen, ob dies nun eine Hakennase oder eine Knollennase sei), schwulstige nach unten gezogene Lippen, links krumm gebückt, ebenso markante, wenn auch spitzere Nase, ebenso nach unten gezogener Mund. Dass hier „der“ Jude aber noch erkannt wird, heißt lediglich, dass wir heute in unserer politischen Grammatik die antisemitischen Klischees immer noch ohne weiteres verfügbar haben. Wenn Kunst auch mit Typisierungen arbeiten muss, muss sie doch auch darauf reflektieren, woher die Schablonen kommen, die sie übernimmt, mit denen sie arbeitetet, und welche Funktion sie haben. Sonst ist auch jede Stürmer-Karikatur Kunst, weil jemand in ihnen einen Juden erkennt.

4. Dass wir nicht mehr im sog. Dritten Reich lebten, wie die Vertreterin der Organisatorinnen (anders als diese in ihrem Programmheft versuche ich nicht bei der schlechtesten Lösung des generischen Maskulinums stehen zu bleiben) einwendete, kann das Problem nicht wegschaffen. Das Funktionieren der Bilder zeigt ja gerade die Persistenz antisemitischer Klischees (bei uns allen). Der Einwand zeugt hingegen von einer falschen Stunde-Null Ideologie, die die Kontinuität des Antisemitismus auch nach 1945 (die in allen empirischen Studien über die Jahre belegt ist) naiv übersieht und in einer falschen Tautologie schließt, weil das antisemitische Regime nun ja nicht mehr sei, wären auch diese stereotypen Darstellungen nicht mehr problematisch.

5. Das Schattentheater arbeiten mit reduzierten Darstellungsmitteln. Diese sind eine besondere Herausforderung. Wenn es bei der Darstellung der beiden streitenden Juden aber auf eine stereotypische Physiognomisierung des Judentums zurückgreift, fällt es auf seinen eigenen Primitivismus hinein. Es stellt rassistisch dar, weil sich Nasenformen gut auf die Leinwand projizieren lassen. Die als Juden angekündigten Figuren hätten aber ihrer Nasen nicht bedurft. Die bloße Verdopplung des Textes durch Klischees ist billig. Sie stellt das romantisch-verklärte Erlebnis des Schattentheaters vielleicht sogar im Kern in Frage. Die reizvolle Einfachheit, offene Unverfälschtheit der Mittel wird spätestens dann reaktionär, wenn sie zur Legitimation der Primitivität des Inhalts wird. Action schien der relativen Ereignislosigkeit eingehaucht werden zu sollen, indem nicht die relativ zurückhaltenden Klaviervertonung Mussorgskis abgespielt wurde, sondern über weite Teile (aber nicht nur, das kann frei zugestanden werden) eine wagneriansch aufgeblähte und verklärte Orchestrierung (vermutlich Ravel?). Letztlich, jenseits von jeglicher Unterstellung der Intention, ein weiterer Hohn.

6. Herr Paasche hielt sich zu Gute, sich unser Kritik zu stellen. Er hat uns zugehört, freilich – das hätte er nicht müssen. Verstanden hat er aber nichts. Sein Fazit war: Über Kunst kann man sich immer streiten, deshalb ist es ja schön, wenn man drüber diskutieren kann, wie wir es jetzt täten. Diskutieren könne man allerdings über einiges. Das Rad was am Anfang ins Bild rollt, die Verwendung der Farbe rot in Szene XY… Über unkommentierte Vorstellungen antisemitischer Klischees jüdischer Physiognomie hätte man allerdings kritisch diskutieren müssen und nicht nur können. Und zwar öffentlich. Dafür hätte es wohl aber eines Problembewusstseins bedurft, das offensichtlich nicht vorhanden war. Es geht nicht um die ästhetische Kritik künstlerischer Feinheiten.

7. Dass sich hier armer Jude und reicher Jude entgegenstehen ändert nichts. Soll es heißen, dass es hier um arm und reich geht und nicht um Juden? Dann hätte es dieser Stereotypisierungen erst recht nicht bedurft.

8. Linke Gruppen, die beim Open Ohr vertreten sind, sollten diese Aufführung nicht unbeeindruckt über sich ergehen lassen. Wenn das Open Ohr sich in ein paar publikumswirksamen Popkonzerten (mit fast ausschließlich männlichen Musikern) erschöpft an die noch ein paar lahme Diskussionen angehängt werden, ist die Frage nahe, was man als politische Gruppe dort zu suchen hat. Der eigene Stand ist schnell nicht mehr als einer der vielen Hippieläden, ein exotischer Einrichtungsgegenstand mithilfe dessen sich die Anwesenden beim Saufen eine Atmosphäre der Weltoffenheit und Alternativität herbeihalluzinieren können.

Nachtrag 8.7.2012

Inzwischen gibt es eine Stellungnahme des Open Ohr. Sie findet sich auf der Hauptseite: http://www.openohr.de/.

Ihr Wortlaut:

„Stellungnahme der Freien Projektgruppe auf das Schattentheater Vagantei Erhardt mit ihrem Stück „Bilder einer Ausstellung“ auf dem OPEN OHR Festival 2012

Das Stück basiert auf der gleichnamigen Programmmusik von Modest Mussorgsky aus dem Jahre 1874 und beinhaltet zwei Bilder mit den Titeln „Die zwei Juden“ bzw. „Die Juden“.
Die Darstellung, die hier von den Künstlern gewählt wurde, gab vermehrt Anlass zur Kritik und es steht der Vorwurf im Raum, die Darstellung reproduziere antisemitische Klischees (z.B. markante Nasen der Silhouetten).

Die Freie Projektgruppe teilt die kritische Ansicht einiger Besucherinnen und Besucher, dass die Künstlergruppe an dieser Stelle unreflektiert eine naive Darstellung gewählt hat, von der man ausgehen kann, dass diese Unbehagen auslöst. In Rücksprache mit Frieder Paasche, dem Leiter der Künstlergruppe Vagantei Erhardt, wurde uns bestätigt, dass die Auseinandersetzung auf dem OPEN OHR Festival zum Anlass genommen wurde, die betreffenden Bilder zu überarbeiten.

Die Freie Projektgruppe“

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8 Kommentare zu “Unwissenheit schützt vor Antisemitismus nicht.

  1. Als jemand, die nicht da war, bin ich dennoch entsetzt. Und ich weiß nicht, was ich gerade schlimmer finde: die stereotype Darstellung oder die Reaktion des Herrn Paasche. Dass man in solchen Darstellungen, wie auch in Filmen u.ä.m., auf Bilder angewiesen ist, die dem Publikum ein Verständnis des Zusehenden ermöglichen und erleichtern, ohne zusätzliche Erklärungen in Wort fassen zu müssen, macht es meiner Meinung nach noch wichtiger, eben hier darauf zu achten, wie mam dies tut. Denn nicht nur Lesbarkeit wird hier gefördert, sondern auch eben solche Schablonen wieder aktualisiert. In dem man sie dem Publikum so als legitime Erkennensmerkmale vorführt, legitimiert man sie auch eben wieder.
    Besonders in Aufführungen, oder eben allgemeiner in solchen Kunstformen, die stark visuell vermittelt sind, sollte man ein wenig mehr Kreativität zeigen und viel mehr darauf achten und reflektieren, was man da eigentlich macht und welcher Bilder man sich da bedient. Ist das nicht auch eine Aufgabe der »Kunstschagfenden«?

  2. Als jemand, der nicht da war, bin ich zwar entsetzt, aber nicht überrascht. Angesichts des Publikums und Programms der letzten Jahre (Kritik der Finanzmärkte, Rainer Langhans auf dem Podium…) ist das ja fast konsequent. Gelungene Einschätzung in dem Artikel!

  3. ich bin gespannt, ob die problematik überhaupt öffentlich diskutiert wird. m.e. hat das open ohr längst den anspruch verloren, ernsthaft kritisch zu sein. es repräsentiert das oberflächengeblubber einer sich als „antikapitalistisch“ verstehenden mehrheitsgesellschaft. irgendwo drückt der schuh. irgendwas hat das mit diesem „kapitalismus“ zu tun. doch bevor kenner_innen der materie eingeladen und kritische diskurse geführt werden, holt man sich lieber hare krishna-jünger, die über den segen der besitzlosigkeit schwadronieren, kabarettisten, die die menschliche seite der politiker_innen hervorheben und harmlose reggae/ska-bands, die mit den immergleichen abgeschmackten publikumsinteraktionen kein klischee auslassen, das es nicht wert wäre, unterlassen zu bleiben. einziger lichtblick: die sterne, denen man den unmut nicht nur aus den ansagen entnehmen konnte.
    dabei hätte das festival potential….

  4. Auch mir ist gestern beim betrachten des Theaters ein dunkler Schatten in den Nacken gefallen. Allerdings würde ich nach einigem Hin und Her nun nicht mehr den Schrecken auf Seite des Gezeigten sehen, sondern viel mehr in der Reaktion des Publikums.
    Als zunächst der Titel erschien zuckten die ersten Zuschauer zusammen, denn das Wort Jude scheint im Kopf eines Deutschen (ob bei allen Staatsbürgern sei nun natürlich einmal dahingestellt) immer ein gewisses Unbehagen hervorzurfen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass das Publikum vielleicht falsch sensibilisiert sei. Als dann aber auf einmal zwei Stereotypen auf der Leinwand erschienen wurde mir heiß und kalt. Was genau sollte das? In Gesprächen mit meinen Freunden bin ich dann jedoch zu dem Entschluss gekommen, dass der „Künstler“ vermutlich nur polarisieren wollte und das eigentliche Ziel des Schauspiels das Aufzeigen von dem noch immer in den Köpfen festgebrannten Klischees war.
    Leider reagierte das Pulikum in diesem Moment jedoch falsch. Statt sich darüber bewusst zu werden wie viel des verseuchten Gedankenguts noch immer in vielen Köpfen umherschwirrt wurde geschwiegen und verdrängt. Ähnliches spielte sich bereits nach 1945 ab zu Zeiten der großen Amnesie.

  5. Dass Projektgruppe und große Teile des Publikums bedauerlicherweise kein Problembewusstsein gegenüber antisemitischen Ressentiments zu erkennen geben, ist hier nur einmal mehr zutagegetreten.
    Daran Kritik zu äußern, finde auch ich notwendig und es ist bislang zu wenig geschehen. Aussteigen hielte ich aber für die Falscheste der Optionen. An dem Problem, das ja auch eines der Gesamtgesellschaft ist, würde sich doch dadurch nichts ändern. Und aus dieser steigen wir ja auch nicht aus.
    Vielleicht sollten sich linke Gruppen mit ihrem kritischem Anspruch künftig mehr in die Programmgestaltung einmischen. Vielleicht sollten wir einfach mal den Vorschlag unterbreiten, auf sehr viel Kritik des Finanzkapitals nächstes Jahr einmal eine Kritik der sog. Realwirtschaft, der Produktionsverhältnisse i.e.S. zu thematisieren. Oder – und auch das ließe sich ja für ein breites Publikum interessant herunterbrechen – eine Kritik der deutschen Zustände. Auch „Ressentiments“ oder (hinsichtlich der anderen Leerstelle) „Geschlechterverhältnisse“ wären mögliche Festivalthemen, die wir dann auch aktiver ausfüllen und mitgestalten sollten.
    Nicht, dass reine Kritik unberechtigt wäre – sie würde aber entweder nicht viel bringen oder den Möglichkeit eines großen politischen Festivals gefährden. Und dass wir dort ausnahmsweise mal mehr aufgeschlossene Leute erreichen als die immergleichen „alten Verdächtigen“, das ist und bleibt doch eine außerordentliche Chance für uns und unsere kritisch-linken Positionen.

  6. Ein mangelndes Problembewusstsein finde ich vor allem bei den Künstlern. Das Projektteam, so mein Eindruck, war zunächst einfach mal überfordert von der Situation. Nach der Kritikrunde heute haben sie auch nochmal das Gespräch mit mir (jemand anderen konnte ich leider nicht zum mitgehen bewegen) gesucht. Sie haben glaube ich gemerkt, dass es da ein Problem gibt. Entscheidend finde ich nun, ob sie sich dazu durchringen können, eine klare Position zu beziehen.
    Ich meine auch nicht, dass das ganze als Vorwand für eine Generalkritik dienen sollte. Mit „Scheiß Hippies eben“ ist es nicht gegessen. Ich meine aber, dass man sich, wenn nichts passiert, bei antisemitischen Bildern, generischem Maskulinum etc. fragen muss inwiefern man sich hier nicht als bloßes Deckmäntelchen für die vermeintliche Alternativität des Festivals nutzbar machen lässt. Dann bestünde letztlich kein großer Unterschied zwischen einem der vielen Hippiestände und einem politischen Stand. Eine eindeutige Positionierung zu den gezeigten Bildern, ein explizites Bekenntnis gegen Antisemitismus, Rassismus, Sexismus etc. im Programm (und letztlich dann aber auch der Wille das notfalls mit Hausrecht durchzusetzen) und die stärkere Beteiligung auch jüngerer dort präsenter Gruppen wäre sicherlich schon ein großer Schritt.

  7. Ich war nicht bei der Ausstellung, habe auch keine Ahnung von graphischer Kunst, weswegen ich dazu nichts sagen kann und will.
    Aber Punkt 8 der Anmerkungen ist schwachsinnig und muss kommentiert werden.

    a) Die „Frauenquote“ der auftretenden Bands hat nichts mit dem Rest dieses Artikels zu tun. Warum wird es überhaupt (mit kritischem Unterton) genannt?

    b) Dass die Frauenquote der auftretenden Bands so gering ist, ist lediglich eine logische und unvermeidliche Konsequenz aus der Realität in der Musikszene. Es machen einfach deutlich mehr Männer als Frauen Musik. Damit meine ich nicht Kirchenchöre, Schulchöre, Coverbands oder ähnliches, sondern selbstgemachte, Livetaugliche Musik. Das ist eine empirisch nachweisbare Tatsache. Wer ein lokales Beispiel will: Man gehe zum größten lokalen Musikerverein in Mainz (Kulturfabrik Airfield), schaue sich alle Mitglieder an und man sieht sofort, dass weit über 90% der aktiven Musiker dort Männer sind. Das hat nichts damit zu tun, dass Frauen ausgeschlossen werden. Genauso zutreffend ist die Aussage, dass weit über die Hälfte der Musikerinnen, die in Bands aktiv sind, Sängerinnen sind. Das hat nichts mit Ausgrenzung zu tun. Es ist einfach so.

    c) Das Open Ohr ist ein FESTIVAL und der Zweck eines FESTIVALS ist UNTERHALTUNG und nicht die Darstellung oder Verbreitung einer politischen Ansicht. Wer auf ein Festival geht, geht dort als Individuum und nicht als Teil einer politischen Gruppe hin. Von daher: Ja, eine politische Gruppe, egal ob links, rechts, mitte, oben oder unten, hat nichts auf einem Festival verloren. Auf ein Festival gehören Leute, die ein angenehmes Festival erleben, Spaß haben und sich unterhalten lassen wollen. Wer nur auf ein Festival geht, um seine politische, ethische oder sonstige Meinung loszuwerden und um seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe zu zeigen, ist fehl am Platz.

    d) Wenn Leute durch einen Einkauf bei einem der „Hippie-Läden“ (im übrigen ist diese Bezeichnung ebenfalls nach der oben genannten Auffassung ein Hippie-feindliches Klischee) Weltoffenheit oder sonstiges zeigen wollen, dann ist das deren gutes Recht. Ich frage mich was sich der / die AutorIn such dabei denkt, wenn er / sie einen vollkommen legitimen Einkauf irgendwie zu kritisieren. Im Umkehrschluss würde das heissen, dass ich entweder nur „übliche“ Produkte, oder ausschließlich „exotische“ Produkte kaufen darf, weil ich sonst ein Heuchler bin.

    e) Die Aussage dass die Gäste „beim Saufen“ zu den „Hippieläden“ gehen ist ebenfalls eine grobe, unzutreffende und politisch inkorrekte Verallgemeinerung.

    f) Dass das Open Ohr publikumswirksame Musikacts holt resultiert aus der Notwendigkeit genügend Geld einzuspielen, damit ein solches Festival weiter existieren kann. Allein durch Spenden und Sponsoren kann sich kein Festival finanzieren. Das Buchen von attraktiven Acts ist also nicht nur sinnvoll, sondern NOTWENDIG. Das zu kritisieren ist einfach realitätsfremd.

  8. @David:
    Denke schon, dass das Schattentheater über sich hinausgewiesen hat auf eine generell mangelnde Sensibilität ggü. dem gesellschaftlichen Antisemitismus.
    Ich finde es aber gut, das Kind nicht mit dem Bade auszukippen. Mein Eindruck war bloß, dass gerade Dein Punkt 8 einen heftigen Generaldiss darstellt („publikumswirksame Popkonzerte“ + „ein paar lahme Diskussionen“ = was haben wir dort zu suchen?).

    Richtig es ist, dass wir uns nicht instrumentalisieren lassen sollten.
    Dieses ungute Gefühl hatte ich übrigens sehr stark beim AZ-Artikel, für den die Projektgruppe freilich rein gar nichts kann: http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/meldungen/12017309.htm, nochmals verschärft in: http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/meldungen/12021758.htm. Da steigt bei mir innerlich Wut und Ohnmacht hoch.

    Aber davon ab denke ich, dass es weitgehend in unserer Hand liegt, mehr als „ein Einrichtungsgegenstand“ zu sein. Vielleicht gelingt uns das ja nächstes Jahr besser. Dazu müsste es halt mal frühzeitig eine Diskussion geben – vielleicht auch gruppenübergreifend mal als Abendveranstaltung im Mainusch. Vielleicht ja sogar in den nächsten Wochen, bevor es wieder für ein Jahr völlig in Vergessenheit gerät?

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