Allgemeines im Konkreten

Die Herausforderung für eine kritische Philosophie liegt darin, sich nicht in der Fragmentierung zu verlieren, ohne aber auf der anderen Seite ins Abstrakt-Allgemeine zu verfallen. Ziel wäre, das Allgemeine im Konkreten, im Dinglichen zu finden. In diesem Spagat kann die kritische Philosophie von der Malerei lernen, die seit der Entdeckung des Realismus in der Renaissance gegen seine Konsequenz der Verdoppelung arbiträrer Partikularitäten kämpft (vgl. Hofmann 1957: 13ff.).
Eine kritische Philosophie, die eine empirische sein muss, sucht in den Dingen, den Tatsachen, nicht nur ihre schlichte Faktizität, sondern auch ihre (singuläre) Art über sich hinauszuweisen und so den Keim einer Konstellation mit anderem in sich zu tragen.

Hofmann, Werner 1957: Zeichen und Gestalt. Die Malerei des 20. Jahrhunderts, Frankfurt a.M.: Fischer.

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Grundlos glücklich

Es ist eine der höchsten Tugenden, nicht immer Gründe für alles finden zu müssen. Die unbedingte Suche nach Gründen neigt einerseits zu einem mechanistischem Rationalismus oder aber zur Esoterik. Vielleicht liegt hierin die Skepsis von gesellschaftstheoretischen Entwürfen (ob Systemtheorie oder Kritische Theorie) gegenüber den Vorstellungen von einfacher Kausalität begründet.

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